Freitag, 20. November 2009

Jakarta, Bus, Bandung, Bus, Bali, Flieger, Jakarta

Wie ihr sicher alle wisst, ist Indonesien das groesste muslimische Land der Welt. Natuerlich war deshalb hier auch Ramadhan angesagt. Fuer uns war das ganze eher laestig. In unserer Stammkneipe wurde kein Bier mehr verkauft, Banken haben sehr frueh geschlossen, es waren keine Clubs auf, der Muezin hat haeufiger von seinem Minarett gerufen...
Einen Vorteil gab es aber doch... Zum Ende von Ramadhan hatten wir fast eine Woche frei. Die Zeit haben wir genutzt, um ein bissel rumzukommen. Viani, unsere beste Freundin hier, hat einen Trip organisiert...

Als erstes sind wir nach Bandung gefahren. Ein Paradies fuer jeden, der gerne shoppen geht. Also nicht fuer mich ;-) Factory Outlets wo man hinschaut...
Bandung ist ungefaehr 4 Stunden von Jakarta entfernt und liegt in den Bergen. Wenn man aus der Stadt rauskommt wird es auch echt schoen dort. Wir sind auf einem Vulkan rumgelaufen (der Schwefelgeruch war nicht ganz so prickelnd), haben in einem Restaurant gegessen, von dem man einen guten Blick auf die Stadt hatte...
Ausserdem haben wir in der Stadt ein paar verrueckte Sachen gesehen. Eine alte Frau, die voellig nackt Baeume schneidet, aggressive Ladyboys,ein Pferd mit rosa Maehne, einen Affen der wie ein Roboter tanzt...



Nach 2 oder 3 Tagen Bandung sind wir mit dem Bus weitergefahren in Richtung Bali. Das ist so ein 1300km Trip, also gute 24h Fahrt. Wir hatten 2 Busfahrer, wobei immer ein und derselbe gefahren ist. Der Mann sah aus wie ein Mexikaner und hat die ganze Zeit ziemlich komisch gegrinst. In der Fahrerkabine durfte man rauchen. Desahlb waren meistens mindestens 4 und zu Spitzenzeiten 6 oder 7 Leute in der Fahrerkabine... Nebenbei ist ist der Fahrer mit 140km/h durch Staedte gefahren und hat mit anderen Bussen das gute alte Hosenscheisser Spiel gespielt.

Als wir dann endlich den Hafen in Ost-Java erreicht haben, waren wir erstmal erleichtert. Jetzt war es nicht mehr weit bis nach Bali...
In Bali angekommen haben wir unser Quartier bezogen. Ein sehr schoener Bungalow mit einem offenen Wohnzimmer. Leider viel zu teuer... Dafuer war der Bungalow gut gelegen. 5 Minuten mit dem Moped zum Strand und 10 Minuten bis nach Kuta.
Man kann eigentlich hier ziemlich gut mit kleinem Budget reisen, aber da nicht wir das ganze organisiert haben, sondern unsere Freundin, hat das nicht so funktioniert. Es hat an diesem Tag auch nur geregnet...
Es hat viele Vorteile, wenn man Locals verreist. Wir bekommen ueberall Local Preise! Mopeds fuer 2.50Euro am Tag, gute Preise bei Strassenverkaeufern und in Fischrestaurants. Aber dazu spaeter mehr...

Wir 3 hatten uns auch einen kleinen Plan gemacht und der bestand darin so schnell wie moeglich an den Strand zu kommen, mindestens einmal nach Jimbaran fahren und Fisch essen und bei Ibu Oka Spanferkel essen... aber wie gesagt es regnete...

Einen Tag haben wir am Dreamland Beach verbracht, wo sich Franz erstmal den kleinen Zeh an einem Stein im Meer gerammelt hat (Ich hab noch nie einen so grossen, roten, geschwollenen kleinen Zeh gesehen!). Am Abend sind wir nach Jimbaran gefahren, um Fisch zu essen. Ein Freund von Viani lebt auf Bali und hat uns in sein Lieblings Fisch Restaurant mitgenommen. Wir haben so ziemlich alles bestellt, was sie in dem Restaurant hatten. Red Snapper (der wohl leckerste Fisch der Welt!), Shrimps, Muscheln, Tintenfische und andere Fische von denen ich mir die Namen nicht merken konnte...Alles in Allem hat jeder von uns dann um die 10 Euro gezahlt und wir waren vollgestopft wie eine Weihnachtsgans. Zum Glueck gab es das ganze zu Local Preisen. Touristen zahlen dafuer locker da 3 fache.

Nach einigen Strandtagen sind wir dann auch mal sehr frueh aufgestanden um nach Ubud zu fahren. Dort gibt es ein Restaurant, was laut Anthony Burdain eines der besten Spanferkel der Welt grillt. Das Problem ist nur, dass man vor 12 Mittags dort sein muss, weil es sonst ausverkauft ist. Also sind wir sehr frueh los. Wir sind dort nach einigen Navigationsschwierigkeiten so gegen halb 12 angekommen und haben auch noch etwas bekommen. Ich habe noch nie so knusprige Haut gegessen. Das Fleisch war einfach nur zart und die Fuellung von dem Schwein war sehr oelig und wuerzig. Ich kanns nur jedem empfehlen! Jeder von uns hat mindestens 4 Portionen gegessen und am Ende hat jeder 8 Euro gezahlt. Ein verdammt fairer Preis fuer so ein kulinarisches Erlebnis.



Wir haben uns auf Bali auch spontan entschieden mit dem Flugzeug zurueck nach Jakarta zu kommen, weil die Busfahrt doch ein zu grosses Erlebnis war. "Leider" haben wir keinen Flug fuer Sonntag gefunden und so mussten wir die Uni am Montag und Dienstag ausfallen lassen und auf der Insel hocken. Die Zeit konnten wir gut nutzen! Wir sind braun geworden und sind auch nochmal nach Jimbaran zum Fisch essen gefahren. Von der Braeune ist heute nix mehr uebrig. In Jakarta kann man nicht braun werden... Hier ist einfach zu viel Smog.

Bali ist einfach anders als der Rest von Inonesien, schon allein weil es eine Hindu-Insel ist. Man hoert hier keinen Muezin fruehs um 4 schreien. Das ganze Flair der Insel laesst einen gleich etwas gechillter an alles ran gehen- einfach herrlich!

Endlich was neues



So jetzt hab ich mal wieder Bock was zu schreiben... es ist in den letzten Monaten auch relativ viel passiert. Das werdet ihr jetzt in den naechsten Posts mitbekommen. Erstmal was zum Uni Alltag... Wir muessen ja nen Erfahrungsbericht abgeben...

Mal ein kleiner Rueckblick auf unsere Kurse bis jetzt:
Intercultural Communication ist ziemlich strange. Das Fach an sich hatte sich ja am Anfang doch relativ interessant angehoert. Mittlerweile ist es am interessantesten darauf zu achten welches Klischee die Dozentin als naechstes auspackt. Das Niveau der Lehrveranstaltung ist nicht sehr hoch. Als Grundlage fuer diese Lehrveranstaltung wird ein Buch benutzt in dem zum Teil falsche Dinge stehen (zumindest was die Beispiele aus Deutschlandn anbetrifft, wie das mit den anderen Beispielen ist, wissen wir nicht, aber ein wenig vorsichtig sollte man damit dann schon sein).
Zeigen wir in Deutschland mit dem kleinen Finger auf Dinge????

Script Writing ist da anders. Uns werden die verschiedenen Formen von Scripten vorgestellt und als Final Exam muessen wir verschiedene davon in einem Projekt umsetzen. Aufgelockert wird das ganze immer wieder von Beispielen (internationale Nachrichtenbeitraege).

In Print Production erstellen wir ein Magazin. Unsere Klasse ist in 2 Redaktionen unterteilt. (Kommt das jemandem aus dem Anwendungsbereich Journalismus bekannt vor?) Stefan ist in der Gruppe, die eine Frauenzeitschrift erstellt. Franz und ich duerfen ein Magazin ueber Essen erstellen. Ich ueberlass euch zu entscheiden welches Projekt sich besser anhoert.
Fuer das kulinarische Magazin sind wir in verschiedene Restaurants gegangen, haben gegessen und Interviews gefuehrt. Ausserdem konnten wir noch einen deutschen Chefkoch von einem 5 Sterne Hotel interviewen.

Zur Mitte des Semesters standen Mid-Term Exams an. Wir haben doch ohne zu lernen relativ passable Leistungen abgeliefert. Stefan ist in Intercultural Communication zweitbester geworden.

Im Dezember stehen dann die Final Exams an. Wir sind davon ausgegangen, dass es wieder eine ganz normale schriftliche Pruefung wird und haben deshalb schon ein paar Plaene entwickelt in der Zwischenzeit nochmal fuer 10 Tage abzuhauen. Leider muessen wir jetzt in den 3 Kursen 2 Hausarbeiten und ein Projekt machen. Die Hausarbeiten stellen nicht so das grosse Problem dar, dafuer das Projekt ein umso groesseres. Wir muessen mal wieder in Gruppen arbeiten und das heisst, dass wir mal wieder Gruppentreffen haben... Wir haben jetzt unsere Gruppenmitglieder davon ueberzeugt, das Projekt jetzt so schnell wie moeglich durchzufuehren, damit wir dann noch verreisen koennen ;-)

Unser Indonesisch Sprachkurs hat relativ vielversprechend angefangen. Mittlerweile haben wir festgestellt, dass die 120 Euro doch eher eine Sinnlosinvestition waren. Der Kurs hat kein richtiges Konzept und man lernt nicht richtig viel.

Wie schon einmal gesagt das ganze Drumherum vom Campus ist sehr schoen. Allerdings sind einige Regeln hier doch eher Nonsense. Das Rauchverbot ist ja noch akzeptabel, aber warum sollte man auf dem Campus keine Flip-Flops tragen duerfen?
Was auch sehr auffaellig ist, wie christlich diese Uni ist (was grundsaetzlich erstmal nicht negativ gemeint ist). An jedem Gebaeude stehen Bibelzitate. Allerdings ist die Haltung, die von einigen hier vertreten wird doch eher grenzwertig. Als Beispiel: In dem Uni Magazin, was auch dem Unibesitzer gehoert, wird Abtreibung mit dem Genozid im 2. Weltkrieg gleichgesetzt. Den Artikel solltet ihr euch unbedingt durchlesen. Ich bringe das Magazin mit nach Deutschland...

Es gibt hier aber auch sehr viele nette Menschen. Mit den Leuten aus unsere Klasse kommen wir sehr gut klar. Wir wurden sehr offen und freundlich empfangen. Mit der Arbeitswese der Leute muss man aber erstmal klarkommen. Das passt aber nach kurzer Zeit. Ausserdem haben wir an unserem ersten Tag hier schon jemanden kennengelernt, die Jura studiert. Mit ihr sind wir auch fuer eine Woche nach Bali gefahren und sehr oft abends weggegangen.

Alles in allem kann man sagen, dass die Uni an sich so einige Punkte hat die man kritisieren muss, aber die Leute hier echt in Ordnung sind.

Samstag, 29. August 2009

Mal wieder was neues...


Wir haben immernoch kein Kartenlesegeraet... Ein wenig Geduld muesst ihr also noch haben bis ihr euch ein paar Fotos anschauen koennt. Das Bild ist nur aus dem Netz runtergeladen...


Wir sind jetzt auch endlich umgezogen. Raus aus dem Hotel, rein ins eigene Apartment. 3 Schlafzimmer, 2 Badezimmer, Wohnzimmer mit Kueche und ein Balkon... Ach ja und 2 kleine Eidechsen haben wir gestern auch entdeckt. Also fuer Haustiere ist auch gesorgt. Wenn es uns zu heiss wird koennen wir auch dort in einen Pool springen... einfach herrlich. Wir wohnen in dem rechten Tower im 5. Stock...
Nach Dienstag hatten wir den Rest der Woche frei und haben relativ viel gechillt...

Dienstag, 25. August 2009

Aloha

Alles in Allem war es bisher eine echt schöne Zeit. Nach einer recht stressigen Wohnungssuche in den letzten Tagen können wir morgen endlich in ein schönes Apartment mit 3 Schlafzimmern, 2 Bädern und einem Wohnzimmer umziehen.
Am ersten Tag haben wir gleich Mitarbeiterinnen vom Foreign Office der Uni kennengelernt, die uns helfen wenn wir irgendwelche Probleme haben.
Eigentlich wollen wir ja hier auch Fotos reinstellen, aber Fabi hat sein Verbindungskabel für die Digicam vergessen und von daher müssen wir uns hier ein Kartenlesegerät kaufen und die Bilder nachliefern (sorry!). So viele sind es auch noch nicht, weil wir bisher noch nicht richtig in die Stadt gehen konnten. Erst hat sich Fabi erkältet, dann Franz und jetzt Stefan.
Wir mussten in den letzten Tagen auch ziemlich viel Organisationskram von der Uni über uns ergehen lassen. Wir haben unsere Kurse bekommen (Intercultural Communication, Script Writing und Introduction to Print Journalism). Ein echtes Highlight war aber die Registrierung an der Uni selbst. Wir haben noch nie so viele Kreise ausgemalt. Es gibt hier kein normales Formular, wo man seine ganzen Daten eingeben muss sondern eine Karte wo man erst das Wort in den Kopf des Formulars schreibt und dann muss man darunter die entsprechenden Buchstaben aus ausmalen- furchtbar kompliziert und zeitaufwendig. Das normale Formular gibts dann 3 Tage später wo man nochmal genau das selbe eintragen muss aber keine Kreise ausmalen muss. Da fühlt man sich schon fast wieder wie zu Hause in Deutschland wenn man Passierschein A38 bekommen möchte ;-)
In einem unserer Kurse geht es weiter wie in Ilmenau... Gruppentreffen.
Das Gelände der Uni ist ziemlich geil... ein eigener Pool, Fußbalfeld, Fitnessstudio, Basketballplätze, ein Hotel und natürlich die Gebäude der einzelnen Fakultäten. Das Problem ist nur, dass es ein kompletter Nichtrauchercampus ist. Wir müssen immer aus der Uni rausgehen um zu rauchen.

Dienstag, 18. August 2009

Einmal Jakarta und zurück

Nachdem ich früh um 6 aufgestanden bin, um nach frankfurt zu fahren (papa hat sich zum glück erbarmt :-)) fuhr ich ein letztes mal durch good old dessau, um in den vito einzusteigen. Ein bisschen mulmiges gefühl, da mir vollkommen bewußt war, dass es nun 8 monate dauern würde bis ich alle wiedersehe. 2001 war das anders, ein jahr in der weiten welt konnte ich nicht einschätzen, nun geht das besser.
Nachdem wir gut und sogar überpünktlich in frankfurt angekommen sind, war sofort das abenteuergefühl von damals wieder da-toll! Gate E06 flight ey2- das ist unserer....*schauer wo wollen die neben uns hin? Island? Nein danke! Dann wollen wir mal schaun wie sich etihad so als fluglinie macht..."never come back airline"? Eher das komplette Gegenteil! Nette stewardessen, ein Muss, Lamm zum Abendbrot und gefühlte 100gb an Entertainment, jepp die ersten sechs Stunden bis nach Abu-Dhabi waren gut ausgefüllt. Nachdem wir dann im Raucherraum dort ein wenig vor lauter Müdigkeit rumalberten, ging es zwei Stunden später weiter nach Jakarta, mit der ganz kleinen Hoffnung, dass der Flug nicht ausgebucht ist...mein Wunsch wurde irgendwie erhört und ich machte es mir auf 3 Sitzen bequem, alles andere war genauso gut wie beim ersten Flug, anzumerken wäre hier nur noch die nächtliche Aussentemperatur von 35grad!!! In Jakarta war es schon längst wieder Tag, nachdem wir 2h auf unser Gepäck gewartet hatten, konnten wir endlich raus, dort hielt erstmal in einer Wechselstube ein Mädel ein Schild hoch "i love you" jaja schon klar...mit allen Mitteln, erstmal nen Kippchen genießen. Sobald wir vor der Tür standen wurden wir von Taxifahrern belagert (nachdem wir unseren Fahrer nicht finden konnten, mussten wir letztendlich auch einen nehmen, die Vermutung war, dass er danach urlaub macht :-)) und der typischer Smog-Kräuterkippen-Geruch stieg einem in die Nase-willkommen in der Hauptstadt! Die anschliessende Tour zur Uni war eindrucksvoll. Viele Moppeds mit bis zu 4 Leuten drauf, Palmen über Palmen, eine Verkehrsführung die nur durch Hupen bestimmt wird und natürlich viel Dreck. 20min und 20 Dollar weniger plus natürlich Trinkgeld für den Fahrer (normalerweise kostet es maixmal 8 Euro), standen wir am Eingang der Uni.